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Freiwillige Feuerwehr Efringen-Kirchen

 

Freiwillige Feuerwehr 

Abteilung Efringen-Kirchen



Im Jahre 1865 setzten der Gastwirt Friedrich Rottra und der Ortspfarrer Albert Böckh Ihren schon lange vorher erwogenen Plan in der Gemeinde Kirchen in die Tat um und veranlassten die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr. 

Die direkten Anlässe hierzu, die jedem Bürger zu denken geben mussten, waren 1851 der Großbrand in der Gemeinde Dossenbach, wo vom ganzen Dorf nur noch vier abgelegene Häuser verschont blieben und 1865 dann der schwere Brand in Wintersweiler, Anwesen Biechele, gegenüber dem heutigen Gasthaus "Rebstock".

Der neugegründeten Feuerwehr in Kirchen traten 94 Männer bei.

Am 7.September 1890 beging die Wehr das 25-jährige Jubiläumsfest, verbunden mit einer Fahnenweihe. Die von Frauen und Jungfrauen gestiftete Fahne ist heute noch gut erhalten. 

Ihr Besitz stellt eine  bemerkenswerte Seltenheit dar. Kirchen als evangelische Gemeinde weist als einzige eine Feuerwehrfahne auf, während in reinkatholischen Dörfern die Feuerwehren mehrfach Fahnen zu eigen haben. Die Festpredigt damals hielt das Gründungsmitglied Pfarrer Böck. Von den 94 Männern der ersten Stunde konnten 12 Feuerwehrleute für 25-jährige Zugehörigkeit ausgezeichnet werden.

Die 60-jährige Jubiläumsfeier im Jahre 1925 auf dem "Bergrain" blieb nachhaltig in Erinnerung, weil gleichzeitig der Militärverein sein 50-jähriges bestehen mitfeierte. Das Fest wurde eingeleitet mit einem bis dahin einmaligen Festzug, unter Beteiligung der örtlichen Vereine und vieler benachbarter Feuerwehren und Militärvereine, unter Vorantrieb der Feuerwehrmusik, die damals Glied der Feuerwehr war. Gebührend geehrt wurde der damals noch mitfeiernde 84-jährige Feuerwehrveteran Wilhelm Spielmann.

 

Ebenfalls im Jahr 1925 erreichte die Feuerwehr Kirchen mit 120 Mann ihren Höchststand.

Zwei Jahre später machte sich die Feuerwehrmusik, die bisher in der Feuerwehr integriert war, selbständig und bildete den Musikverein Kirchen. Bis zum heutigen Tag erstreckt sich ein gutes Verhältnis zwischen beiden Gemeinschaften im Dorf.

 

 

Drei Jahre nach dem "Sechzigsten" in Kirchen wurde der, über eine Reihe von Jahren, gehegte Wunsch des damaligen Bürgermeisters von Efringen, Adolf Bauer, endlich Wirklichkeit. Ganz wehr- und schutzlos war man zwar auch in Efringen nicht gewesen, gab es doch auch hier die jahrhundertealte Verpflichtung der Bürger, im Notfall "mit Eimern und Haken bei Abholung der Leitern und der Spritz" am Brandplatz zu erscheinen. Es galt nun eine Feuerwehr auf die Beine zu stellen, die zu jeder Zeit einsatzbereit ist.

Wegen der vorangegangenen Kriegs- und Inflationsjahre und der hierdurch hervorgerufenen Geld- und Kapitalknappheit, war das Vorhaben des Efringer Bürgermeisters nach dem Ersten Weltkrieg nicht leicht zu verwirklichen. Erst im Spätjahr 1927 konnten Kapitalaufnahme und die Gründung einer Feuerwehr in Angriff genommen werden, die dann am 21. Februar 1928 im Gasthaus "Zum Ochsen"erfolgte. 63 Mann traten der Wehr bei, erster Kommandant wurde Robert Zipsin, der während des Zweiten Weltkriegs aus Gesundheitsgründen zurücktrat.

Das 75-jährige Jubiläum der Feuerwehr Kirchen konnte wiederum nicht gefeiert werden, da ein Jahr vorher der 2. Weltkrieg ausgebrochen war und ein Großteil der Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen wurden.

Die Feuerwehren durften 1946/47 wieder aufgestellt werden, allerdings wurde die Stärke durch die Militärregierung festgesetzt.

Die Zahl der Wehrmänner war erst auf 18 Mann angeordnet, mit der Neugründung war der bisherige Wehrführer in Kirchen, Fritz Bürgin, beauftragt. 1954 konnte in Walter Bauer der erste Kommandant nach dem Krieg gewählt werden und die Wehr wuchs auf 45 Mann an.

In Efringen gründete Otto Klimpel die Feuerwehr 1946 neu und sie konnte bald auf 44 Mann blicken.

1953 feierte die Efringer Feuerwehr am 24. und 25. Mai das 25-jährige Jubiläum unter Kommandant Otto Klimpel. 

 

1954 wurde das erste Winzerfest vom 1.-4. Oktober abgehalten, das die Feuerwehren mit Absperren, Nachtwachen und Fahrzeugüberwachen beschäftigte. 

1955 wurde eine Tambourgruppe gegründet, ein Jahr später noch dazu drei Pfeifer angelernt, sodass man einen Spielmannszug der Feuerwehr vorhalten konnte. Bis in die sechziger Jahre hinein wurden Kameraden der Feuerwehr unter Trommelwirbel beerdigt.

 

 

Das 90-jährige Jubiläum der Feuerwehr Kirchen konnte als erstes großes Fest nach Ende der Kriegszeit im Jahre 1955 gefeiert werden. Mit einem großen Festumzug unter Beteiligung der Feuerwehr Efringen, des Musik- und Handharmonikavereins, hielt man im Festzelt auf der "Pfalz" Einzug.

Wurden die beiden politischen Gemeinden 1942 auf höheren Befehl zu Efringen-Kirchen zusammengeschlossen, so erfolgte der Zusammenschluss der beiden Feuerwehren erst am 26. Januar 1957, nach einer freien Abstimmung im Gasthaus "Zum Anker". Die Freiwillige Feuerwehr Efringen-Kirchen bestand sodann aus zwei Löschzügen. Zug 1 vom Ortsteil Kirchen mit 45 Mann, geführt von Ernst Herr-Flury und Zug 2 vom Ortsteil Efringen mit 31 Mann, geführt von Hermann Hugenschmidt.

Die Geschichte der Freiwiligen Feuewehr Efringen-Kirchen ist auch geprägt von markanten Einsätzen.

 

So beispielsweise am 19.6.1960, als ein schweres Gewitter Schlamm und Geröll in Efringen zurückließ und auch Pumpeneinsätze erforderlich machte.
Am 25.8.1963 fuhr die Feuerwehr zur Absturzstelle eines Düsenjägers nach Grafenhausen; schon damals Anschauungsunterricht, der die Gefahren des Luftverkehrs deutlich demonstrierte.
Am 17.8.1968 kommt es zum ersten großen Brandfall  nach dem Krieg, als der Efringer "Ochsen" ausbrennt. Nur einem glücklichen Zufall und der Beherztheit des Wirtes war es zu verdanken, daß niemand zu Schaden kam.
Am 18.4.1970 brennt die Laube des "Depot" in Efringen. Hier machte sich das Fehlen von Atemschutzgeräten bemerkbar. Ein Waldbrand im Rheinvorland am 9.4.1971 forderte die Feuerwehr ebenso, wie die Rettungsarbeiten bei der Eisenbahnkatastrophe am 21.7. in Rheinweiler, bei dem 23 Tote und zahlreiche Verletzte zu beklagen waren.
Größter Einsatz im Jahr 1973 war der Brand des Ernst-Hofes in Istein, wobei das Ökonomiegebäude völlig ausbrannte.
Am 4.2.1976 brach in der Kegelbahn der Bahnhofsgaststätte ein Feuer aus, an das sich jeden Monat ein weiterer Brand anschloss. Am 2.4. im Rheinvorland, am 17.5. in der Zimmerei Karlfrieder Krebs, am 21.6. in der Schreinerei Müller, am 28.6. beiderseitige Flächenbrände an der Autobahn wegen der großen Dürre und als "Abschluss" der Brand eines Ökonomiegebäudes des Aussiedlerhofes im Seeboden am 16.9., gerade während der Traubenannahme bei der Bezirkskellerei.
Fünf Tote forderte der Absturz eines Kleinflugzeugs bei der Engebachbrücke an der L137a am 15.9.1981. Die Mithilfe bei der Brandbekämpfung durch die Freiwillige Feuerwehr Efringen-Kirchen war am 13.11.1981  beim Wohnhausbrand in Kleinkems ebenso willkommen, wie beim Brand des Raiffeisenlagers und Rathauses am 16.4.1982 in Welmlingen.
Im eigenen Dorf war Sie dann wieder bei einem Kellerbrand in einer Schreinerei am 8.2.1983 gefordert, bei einem gefährlichen Scheunenbrand im engbebauten "Winkel" am 30.5.1983, der schon 4 weitere Gebäude bedrohte, beim Dachstuhlbrand in der Baslerstraße, bei dem am 20.11.1983 die Löschmaßnahmen große Wasserschäden, vor allem aber Glatteis auf der Straße und in den Höfen verursachten, beim Brand eines Büros am 5.3.1984 im Gewerbegebiet und beim Dachstuhlbrand im Gästehaus des "Markgräfler Hof"

 

Bis zur Einführung der schon lange geforderten Funkgräte und "Piepser" ab 1987/88 - musste die Freiwillige Feuerwehr Efringen-Kirchen in 10 Jahren zu 23 Verkehrsunfällen, Autobränden oder Ölspuren, 3 Vermisstensuchen, 6 Strohhaufen- oder Flächenbränden und 7 Hochwasserschäden eilen und das Tag oder Nacht,.

Durch die stille Alarmierung über die Alarmempfänger (Piepser) geschehen die Einsätze der Feuerwehr fast im Verborgenen. Nur selten kommen die Sirenen noch zum Einsatz, wodurch die vielfältigen Tätigkeiten nicht mehr so spektakulär, mitreißend und aufregend erscheinen.

Mit technischer Weiterentwicklung Schritt zuhalten war immer ein Antrieb und eine Herausforderung, die am 14.12.1975 in der Einweihung der Nachbarschaftsschule, der Mehrzweckhalle und des neuen Gerätehauses für die Feuerwehr gipfelte. Nach 110 Jahren bekam die Feuerwehr endlich eine zweckmäßige Unterkunft, gleichzeitig auch ein gutes Omen für die Zukunft der seit 1974 "neuen" zusammengeschlossenen Großgemeinde Efringen-Kirchen: die Gemeindereform war vollzogen, die Feuerwehren der Gesamtgemeinde neu geordnet. 

Am 22.11.1975 wurden die Wehren bei einer Veranstaltung in der Isteiner Halle zusammengeschlossen.

Ernst Herr war der erste Kommandant der Gesamtwehr.

Eine schlagkräftige Mannschaft, sowie eine gute Geräteausstattung waren die Voraussetzung, dass die Freiwillige Feuerwehr Efringen-Kirchen, im Rahmen eines flächendeckenden Sicherheitskonzeptes des Landkreises Lörrachs zur Stützpunktfeuerwehr erhoben wurde.

Partnerfeuerwehr:

Die 100-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Neudorf im Elsaß am 27.5.1962 wurde von Kameraden aus Efringen-Kirchen besucht, ein erster Schritt zu unseren Nachbarn "äne am Rhy". Langsam entwickelten sich Kontakte, sodass man am 27.6.1976 am Fest der Feuerwehr Michelbach und am 17.10.1976 an der Abschlussübung der Feuerwehr Bartenheim in größerer Teilnehmerzahl erscheinen konnte. Nicht kleiner war dann die Teilnehmeranzahl am 13.2.1977 beim Marsch der Bartenheimer Feuerwehr, die die Besuche am 28.8.1977 bei uns erwiderte, ebenfalls mit großem Erfolg.

Eine Abordnung unserer Wehr fährt am 9.4.1978 zu einer Geräteübung nach Bartenheim; die Uhren waren aber wegen der Sommerzeit umgestellt und nur diese waren schuld, dass man eine Stunde zu spät und "leider" nur noch zum Frühschoppen kam. Am 17.6.1978 war man dann aber wieder pünktlich zum Besuch in Bartenheim, am "Tag der deutschen Einheit". Am Volksmarsch in Bartenheim, am 11.2.1979, nahmen die Wehrmänner dann ebenso teil, wie an der Beerdigung des Bartenheimers Bürgermeisters am 20.8.1980. Einige Hindernisse beim Schweizer Zoll bei der Rückkehr vom Volksmarsch am 8.2.1981 in Bartenheim galt es dann zu überwinden, was die Schweizer Zöllner in der Achtung der Efringen-Kirchener sehr hoch steigen lies. Leichter hatten es dagegen die Bartenheimer, die am 13.6.1981 zum Gegenbesuch in unserem Gerätehaus weilten, bei Ihrer Rückkehr, denn inzwischen wurde die Palmrainbrücke in Weil am Rhein fertiggestellt.

 

Man traf sich in Bartenheim wieder am 19.6.1982, bei Tanz und kaltem Buffet und wir revanchierten uns am 17.9.1983. Im Jahr 1984 war das Kameradschaftstreffen am 17.11. in Bartenheim und am 16.6.1985 mit Schauübung, Tag der offenen Tür und "120 Jahre Freiwillige Feuerwehr" war man wieder hier in Deutschland vollendeter Gastgeber.
Fünf Gründe führten am 9.9.1989 die Freiwillige Feuerwehr Efringen-Kirchen über den Rhein nach Bartenheim, denn an diesem Tage konnte gefeiert werden: 125 Jahre Bartenheim, Einweihung des neuen Gerätehauses, 20 Jahre der Wiederbegründung und Umformung der Feuerwehr Bartenheim, Kommandoübergabe des langjährigen, verdienstvollen, auch in Efringen-Kirchen geachteten und bekannten Leutnants Raymond Keller an seinen Nachfolger Bernard Stoecklin und - für uns ein Höhepunkt - das Besiegeln einer Partnerschaft mit beiden Feuerwehren links und rechts des Rheins nach mehr als 10 Jahren erprobter Nachbarschaft: Die Jumelage war perfekt. Raymond Keller und Ernst Herr hatten fast auf den Tag genau vor 13 Jahren das Werk begonnen, das Bernard Stoecklin und Karlheinz Krebs fortführten.